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Nach zwei Wintern ohne signifikantem Schneefall hat es uns dieses Jahr doch mal richtig erwischt. Nicht unbedingt über die Feiertage, wie man es sich hätte wünschen können, sondern erst danach kam mal wieder richtig was runter. Und knackig kalt war es auch. Den Tiefstwert hatten wir am 6. Januar mit -21°C. Da waren wir natürlich besonders gespannt, wie sich das Haus in dieser Periode machen würde. Wenn wir schon 2008 so einen Winter gehabt hätten, dann hätten wir uns nicht nur um zwei Grundstücke kümmern müssen (schneeräumungstechnisch), sondern sehr wahrscheinlich auch erhebliche Verzögerungen beim Bau gehabt. Aber wir hatten nun mal Glück und sind heute darob umso dankbarer.
Zunächst einmal sei gesagt, dass die Wärmepumpe souverän funktioniert hat. Weder konnten wir eine Beeinträchtigung der Warmwasserversorgung, noch der Fußbodenheizung feststellen. Zur Erinnerung: wir verwenden eine Solewärmepumpe mit zwei 75m tiefen Bohrungen. Die elektrische Zusatzheizung ist deaktiviert, sodass nicht ohne unser Wissen vielleicht einmal aus dem Stromnetz geheizt wird, anstelle der Wärmepumpe. Allerdings können einem schon mal die Zwangsabschaltungen ein kleines Problem bereiten, z.B. wenn gerade jemand kurz zuvor fröhliche Duschorgien veranstaltet hat. Dann gibt es nämlich, für ein Weilchen kein Warmwasser. Hatten wir aber glücklicherweise nur ein einziges Mal. Kondenswasser und Schimmel
Ein anderes Problem zeigt sich dagegen ganz massiv: da das Haus (wie heutzutage üblich) nicht ausgewintert wurde, müssen wir nun jeden Tag konsequent Stoßlüften und alles Kondenswasser entfernen. Im Bodenlukenbereich hat sich sogar schon erster Schimmel gebildet. Wie sich unter einem Kaltdach mit sehr guter Belüftung bei -10°C Schimmel bilden kann, ist mir ein Rätsel. Jedenfalls schlägt sich auch dort das Kondenswasser nieder und führt deshalb zu dieser unschönen Geschichte. Das ist der Preis, wenn man ein neugebautes Haus nicht richtig austrocknen lässt (am besten über den Winter, daher "auswintern"), ehe man es bezieht. Wir haben sogar Geschichten gehört, wonach gelegentlich Leute dafür, dass sie vorübergehend in ein neugebautes Haus einziehen und sich um die Wartung kümmern, günstiger Wohnen dürfen. In der Einliegerwohnung hat es ebenfalls schon eine nasse Zimmerecke und Schimmel gegeben. Allerdings war dort die Fußbodenheizung (weil Schlafzimmer) noch nie im Betrieb gewesen und das darf man in so einem neuen Haus und bei diesen Temperaturen einfach nicht tun. Nach wenigen Tagen mit Beheizung (und Behandlung des Schimmels) hat sich die Situation dort zum Guten gewendet. Energieverbrauch Neben dem (für einen eventuellen Nachweis notwendigen) Lüftungsprotokoll führen wir auch seit November Liste über den Energieverbrauch im Haus. Dabei fällt auf, dass der Verbrauch in einem neuen Haus und dazu noch zu den gegenwärtigen Bedingungen ganz schön hoch ist. Seit dem Einzug im August haben wir insgesamt schon rund 7,5 MWh verbraucht. Davon gehen rund 3 MWh an die Wärmepumpe, ~500 kWh an die Einliegerwohnung und der Rest (~4 MWh) an die Hauptwohnung. Das sind etwa 138 kWh pro Woche für das Haupthaus. Allerdings gehen davon allein etwa 20 kWh auf das Konto des Arbeitszimmers. Da ich von zu Hause arbeite, ergeben sich dadurch auch entsprechende Verbrauchswerte. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich diese Zahlen noch deutlich verbessern, wenn wir aus der Heizperiode herauskommen. Vielleicht veröffentliche ich unsere Zahlen am Ende des Jahres noch im Detail. Katzen und Winter Bei aller Reflektion vergessen wir aber nicht, dass es ja noch einen Mitbewohner gibt, der zwar auch seinen ersten Winter erlebt, aber diese Sachlage eher pragmatisch sieht. Zwar sagt man Katzen nach, sie seien wasserscheu (und kann das sogar beweisen), Schnee gegenüber sind sie aber eher locker eingstellt. Jackie hat sich nun ein Winterfell zugelegt, aber das fällt bei einer Kurzhaarkatze eher nicht so üppig aus. Dennoch lässt sie sich weder von arktischen Temperaturen bis hinunter zu -20°C, noch von Schneeaufschüttungen, die sie deutlich überragen davon abhalten, ihre täglichen Freigänge zu unternehmen. Letztens brachte sie sogar voller Stolz und schnurrend wie ein Traktor eine kleine Feldmaus von ihrem Ausgang mit. Jackie ist, zu unser aller Freude, eben keine Hauskatze, sondern "bauernhofgeschult" und hat ihre Umgebung längst vereinnahmt. Lediglich ein paar Nachbarkatzen, alle deutlich älter und größer als Jackie, bringen etwas Unruhe hinein, wie hin und wieder ein Kratzer über ihrer Nase beweist.
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